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Ausbildung und Therapie

Ausbildung und Therapie

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Das Problem

Bildung
Fast 6 Millionen Kinder im Schul- oder Vorschulalter sind blind oder sehbehindert. 80 % dieser Kinder leben in Entwicklungsländern, wo weniger als eins von zehn Kindern Zugang zu Bildung hat. Einige der Ursachen für dieses Ungleichgewicht sind ein eklatanter Mangel an ausgebildeten Lehrern und der benötigten materiellen Ausstattung, nicht erfolgende Früherkennungsuntersuchungen und weiterführende Behandlungen; ein nicht vorhandenes Bewusstsein für das Recht auf Bildung bei Eltern und in der Gemeinschaft sowie die fehlende politische und öffentliche Ordnung.

Therapie und Training
Lediglich 10 % der weltweit ca. 160 Millionen Blinden oder Sehbehinderten haben Zugang zu adäquater Versorgung in Form verschiedenster klinischer Therapie- und nicht-klinischer Trainingsangebote, in denen Blinden oder Sehbehinderten die für ein sicheres, aktives und selbstständiges Leben erforderlichen Fertigkeiten vermittelt werden. Die Arbeitslosenquote in dieser Gruppe liegt zwischen 75 und 90 Prozent. Menschen mit Sehbehinderung tragen ein fünfmal höheres Risiko, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, als gesunde Menschen. Die hohe Arbeitslosenquote resultiert aus verschiedenen Faktoren wie z. B. der Unwissenheit potenzieller Arbeitgeber sowie dem eklatanten Mangel an technologischen Ressourcen und Trainingsmöglichkeiten in den Entwicklungsländern. Für die vom Arbeitsmarkt und der produktiven Teilnahme an der Gesellschaft ausgeschlossenen Betroffenen ist dies nicht nur entmutigend, sondern auch sozial und wirtschaftlich ausgrenzend.

Erfolg weltweit

Durch die fehlenden Trainings-, Rehabilitations- und Bildungsangebote für Blinde und Sehbehinderte wird Millionen von Menschen die Möglichkeit genommen, sich in die Gesellschaft einzubringen, sie produktiv zu bereichern und sich als vollwertiges Mitglied zu fühlen. Wenn Blinde oder Sehbehinderte mithilfe entsprechender Unterstützung Zugang zu Bildung erhalten und darüber hinaus bestimmte Fertigkeiten erlernen können, kann dies ihre Lebensqualität erhöhen und ihnen helfen, sich besser in die Gesellschaft einzubringen. 

Lösungsansätze

Bildung
Bildung für blinde und sehbehinderte Kinder umfasst neben den herkömmlichen akademischen Ansätzen auch spezielle Angebote zum Erwerb von elementaren Kompetenzen für das spätere Erwachsenenleben. Blinde oder sehbehinderte Kinder können entweder Integrations- oder Inklusionsklassen mit speziell ausgebildeten Lehrern, aber ohne besondere materielle Ausstattung oder spezialisierte Blindenschulen besuchen.

Zur Beseitigung von Bildungsungleichheiten müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Bewusstsein: In Familien, Gemeinschaften, aber auch unter Medizinern und Pädagogen fehlt häufig das Bewusstsein dafür, dass blinde oder sehbehinderte Kinder durchaus zu einem guten Abschluss ihrer Ausbildung in der Lage sind. Öffentliche Aufklärungsprogramme können das gesellschaftliche Bewusstsein formen und Interessentengruppen zusammenbringen, um Konzepte für die Integration von behinderten Schülern in das Bildungssystem zu erarbeiten.
  • Lehrerschulung und Matieralien: Blinde oder sehbehinderte Kinder können in der Mehrzahl in normalen Schulen unterrichtet werden, sofern die Lehrer entsprechend ausgebildet sind. Darüber hinaus benötigen die Lehrer für die Vorbereitung der Unterrichtsmaterialien eine besondere technische Ausstattung (z. B. mechanische Braille-Schreibmaschinen), und die Schüler müssen auf Hilfsmittel und Lernmaterialien in alternativen Formaten zugreifen können.
  • Ausstattung und Einrichtung: V. a. Schüler mit mehrfachen Behinderungen lernen an speziellen Schulen oder Lernzentren, die dafür eine besondere Ausstattung, Materialien und interdisziplinäre Mitarbeiterteams benötigen. Eine solche Ausstattung kann auch als Ressourcencenter für Integrations-/Inklusionsschulen herangezogen werden.
  • Sonderschullehrer: Sonderschullehrer werden speziell für die Arbeit mit behinderten Schülern ausgebildet; sie können am effektivsten mit sehbehinderten Schülern arbeiten. Die Ausbildung erfolgt in Form eines Hochschulstudiums.

Therapie
Die Therapiemaßnahmen umfassen eine Vielzahl klinischer Behandlungs- sowie nicht klinischer Trainingsangebote, in denen Blinden oder Sehbehinderten die für ein sicheres, aktives und selbstständiges Leben erforderlichen Fertigkeiten vermittelt werden.

Durch die Therapiemaßnahmen kann zwar das Sehvermögen nicht wiederhergestellt werden, doch können sie die Betroffenen dabei unterstützen, ihr vorhandenes Restsehvermögen bestmöglich auszunutzen, und Blinde in die Lage versetzen, sich sicher fortzubewegen, für sich zu sorgen, beruflich voranzukommen, Bildungsangebote zu nutzen und Freizeitaktivitäten nachzugehen. Um Blinde bzw. Sehbehinderte bei der Erreichung dieser Ziele zu unterstützen, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Bewusstsein: In Familien, Gemeinschaften, aber auch unter Medizinern und Geschäftstinhabern fehlt häufig das Bewusstsein für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von blinden bzw. sehbehinderten Menschen. Öffentliche Programme können die Gesellschaft zum Umdenken anregen, ein Netzwerk von Unterstützern mobilisieren und Arbeitgeber dafür sensibilisieren, dass Sehbehinderte durchaus in der Lage sind, vollwertige Arbeiten zu übernehmen und sich in ein Unternehmen einzubringen.
  • Schulung: Konkrete, arbeitsplatzbezogene Therapieangebote für Blinde und Sehbehinderte können z. B. das Training mit behinderungskompensierenden Technologien, das Erlernen der Brailleschrift, eine besondere Berufsvorbereitung, der Erwerb des höheren Schulabschlusses, eine persönliche Betreuung oder auch das Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten im Unternehmen umfassen.
  • Berufliche Entwicklung: Blinde oder sehbehinderte Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsensein sowie Erwachsene benötigen besondere Bildungsangebote, um ihre berufliche Einsetzbarkeit zu verbessern. Die Programme finden entweder in Form des klassischen Unterrichts statt oder, bei entsprechendem Zugang zu kostengünstigen Technologien, als Fern- bzw. e-Learning-Webseminare oder virtuelle Job-Coachings.

Das Engagement von SightFirst 

Im Rahmen des Engagements zur Vermeidung von Erblindungen und/oder zur Wiederherstellung des Sehvermögens setzt SightFirst seit jeher auf Mittel wie operative Eingriffe, medikamentöse Behandlung, infrastrukturelle Entwicklung sowie Ausbildung. Das SightFirst-Programm wird nunmehr durch Maßnahmen erweitert, die unsere humanitäre Mission unterstützen und dazu beitragen, Sehbehinderten wichtige Hilfestellungen an die Hand zu geben. Solche Maßnahmen sind z. B. qualitativ hochwertige Bildungs- und Therapieangebote für sehbehinderte Menschen.

Finanzierungskriterien

Im Bereich der Bildungs- und Therapieprojekte gibt es folgende Prioritäten:

  • Schaffung besserer Kapazitäten an Schulen für die Aufnahme von blinden oder sehbehinderten Kindern durch Personalbildung und infrastrukturelle Maßnahmen.
  • Unterstützung von Organisationen, die Bildungsprojekte, persönliche bzw. finanzielle Hilfestellungen sowie Vernetzungsmöglichkeiten für Blinde oder Sehbehinderte anbieten.
  • Entwicklung und/oder Unterstützung von öffentlichen Aufklärungsinitiativen, die sich für eine Einbeziehung von sehbehinderten Kindern in Schulen aussprechen und/oder dafür werben, sehbehinderte Erwachsene als vollwertige Arbeitnehmer wahrzunehmen.

Allgemein müssen SightFirst-Projekte landesweit oder überregional angesiedelt sein und die Hauptursachen für Blindheit zum Thema haben. Diese Projekte wenden sich an Personen, die unterversorgt sind oder nur begrenzten bzw. gar keinen Zugang zu augenmedizinischer Versorgung haben. Das Programm finanziert hochwertige, nachhaltige Projekte, die Augenbehandlungen anbieten, eine Infrastruktur aufbauen, Fachpersonal schulen und/oder Therapie und Ausbildung in unterversorgten Kommunen zur Verfügung stellen.

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Informieren Sie sich weiter, u. a. über die Bewerbungsmodalitäten für SightFirst-Zuschüsse, krankheitsspezifische Fragebögen und die langfristige Strategie. 

Wenn Sie mehr zu den auf dieser Seite zitierten Statistiken erfahren möchten, besuchen Sie die folgende Website:
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